SG-Lib

SG-Lib 2027 — der Weg zu Python

Diese Seite beschreibt die Richtung für 2027, keinen Download. Die aktuelle Version ist SG-Lib 5.6 (2026), eine MATLAB-Toolbox — siehe Aktuelle SG-Lib-Version.

Drei Aussagen zur nächsten Generation:

  • Die SG-Lib 2027 wird auf Python basieren.
  • Sie wird weiterhin von MATLAB aus nutzbar bleiben.
  • MATLAB-Code in Python sieht aus wie der bisherige MATLAB-Code der SG-Lib.

Motivation für die Python-Nutzung ab 2027

Die Nutzung von Python statt MATLAB für Entwicklung und Einsatz der SG-Lib erlaubt es:

  • die Package-Release unabhängig von der MATLAB-Release frei zu wählen und die jeweils neueste und fehlerfreieste Fassung sofort einzubinden;
  • die Package-Entwickler zu kennen und direkt ansprechen zu können, wenn schwere Fehler behoben werden müssen, und über laufende Änderungen informiert zu sein;
  • weitere Packages schnell und direkt einzubinden, die von verschiedenen Entwicklern stammen — vorzugsweise KI-Netze;
  • die kommenden Veränderungen durch die agentische KI-Entwicklerszene besser zu verstehen und sich darauf vorzubereiten;
  • die IDE frei zu wählen (Spyder, sehr ähnlich zu MATLAB R2024b, oder Visual Studio oder eine andere Python-IDE);
  • unabhängig von einem fest in eine IDE integrierten „KI-Agenten"-Produkt zu sein, das der Geschwindigkeit der KI-Entwicklung womöglich nicht folgen kann;
  • agentische KI (Claude, ChatGPT) deutlich besser über transparente Schnittstellen wie curl zu nutzen, die den direkten Zugriff auf die jeweils aktuellsten KI-API-Versionen erlauben;
  • Prozesse mit stark reduziertem Speicherbedarf für Mechanismen-Konstruktion und Alltags-Automatisierung zu entwickeln und viele parallele Aufgaben gleichzeitig auf einem Rechner aktiv zu lassen;
  • die installierte Python-Umgebung (venv) unabhängig von der MATLAB-Version zu nutzen (etwa 3.12 für R2024b);
  • KI-Agenten wie Claude oder ChatGPT den Code im Alltag deutlich direkter nutzen zu lassen;
  • KI-Agenten wie Claude oder ChatGPT neuen Code deutlich direkter implementieren, verifizieren und validieren zu lassen.

Dasselbe Bauteil in beiden Welten

JACO-Finger in MATLAB gerendert
MATLAB R2024b — SGreadSTL + SGplotalpha, die heutige SG-Lib 5.6.
JACO-Finger im ClevePython-Fenster gerendert
ClevePython — dieselbe STL im Python-Fenster sgpyfigure, angesteuert aus demselben MATLAB-artigen Code.

Das Bauteil ist ein 3D-gedruckter Finger einer JACO-Roboterhand (64 199 Facetten). Gleiche Geometrie, gleicher Blickwinkel — einmal von MATLAB gezeichnet, einmal vom Python-Fenster, das die SG-Lib 2027 tragen wird.

Was das für den Speicher bedeutet

Der eigentliche Unterschied ist die Architektur. MATLAB ist ein Prozess: JVM, Toolboxen, Grafik und Workspace zusammen — rund 1,5 GB schon vor der ersten Rechenoperation. Die Python-Welt sind zwei Prozesse: ein kleiner Rechenprozess und ein getrenntes Fenster. Das Fenster lässt sich schließen und neu starten, ohne den Workspace zu verlieren; bei MATLAB hängt beides am selben Prozess.

ProzessSpeicherbedarf
Python, nackter Interpreter9 MB
Python mit MATLAB-Kern und SG-Lib-Funktionen70 MB
… mit geladener Testgeometrie201 MB
Python-Grafikfenster mit dieser Geometrie518 MB
Python gesamt: Rechnen + Fenster719 MB
MATLAB, frisch gestartet, ohne Oberfläche1 473 MB
MATLAB-Desktop mit Grafik4 490 MB

Praktisch heißt das: fünf parallele MATLAB-Pool-Worker kosten heute rund 8,7 GB. Fünf Python-Rechenprozesse kosten rund 350 MB — und sie teilen sich ein Fenster.

Gemessen am 2026-10-27 mit MATLAB R2024b auf einem Mac Studio (M4 Max, 128 GB, macOS 15.8.1); Testgeometrie ein 3D-gedruckter JACO-Finger mit 64 199 Facetten. Speicherbedarf als vom Betriebssystem gemeldeter Resident-Set-Size.